Veranstaltungsausblick Zerbster Kulturfesttage 2026: Kreative Vielfalt zwischen Punk-Geiger, Thriller-Lesung und Krimi-Comedy
Ungewöhnliche Formate und starke Kontraste prägen die diesjährigen Zerbster Kulturfesttage - ein Ausblick auf Veranstaltungen, die man nicht verpassen sollte.

Zerbst - Punk mit Geige, ein Mord in der Haifischbar und BaRock-Musik, die auf Lyrik trifft - all das versprechen die diesjährigen Zerbster Kulturfesttage. Vom 13. Februar bis 15. März findet die mittlerweile 61. Auflage statt, die sich einmal mehr durch ein vielfältiges Angebot zum Sehen, Hören und Mitmachen auszeichnet.
29 Veranstaltungen und sechs Ausstellungen greifen Themen auf, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Kunst, Musik, Geschichte, Literatur, Zeitgeschehen. Von neuen Formaten bis zu bewährten Klassikern reicht das Spektrum der Angebote, wobei für jede Altersgruppe etwas dabei ist. An alle Nachwuchszeichner zwischen 10 und 15 Jahren richtet sich beispielsweise der Workshop mit Manga-Künstlerin Yukosan alias Laura Kowalski-Köpke in der Stadtbibliothek.
Rock & Soul paart sich mit Barockklängen und lyrischen Versen
Die ältere Generation hingegen ist Zielgruppe, wenn das Laienensemble der Essenzen-Fabrik zum zweiten Mal Manfred Bielers Theaterstück „Die Nachtwache“ auf die Bühne bringt. Im Mittelpunkt steht der 73-jährige Genossenschaftsbauer Albert Rechenthin, der am Vorabend seines Todes seine Weggefährten aufsucht, um noch einmal Klartext zu reden. Es sind Begegnungen mit korrupten Parteimitgliedern oder auch seiner einzig wahren Liebe, die nie geheiratet hat, aber ein uneheliches Kind besitzt.

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Ein ungewöhnliches Aufeinandertreffen, das zugleich für wunderbare Unterhaltung sorgt, verspricht die Veranstaltung „BaRock & Lyrik“, zu der die Zerbster Kulturaktion einlädt. Es ist ein Abend, an dem Rock- und Soulmusik nicht nur im Wechsel mit Barockklängen zu erleben ist, sondern zugleich von berührenden Gedichtsversen ergänzt wird.
Die Kraft der Worte ist es auch, mit der Paul Geigerzähler, ein bekennender Berliner Punk, überzeugt. Seine Lieder sind politisch, direkt und voller Haltung, mal wütend, mal zerbrechlich. Zur Geige greifend singt er über das, was schiefläuft, und das, was trotzdem Hoffnung macht. Organisiert wird sein Auftritt vom Zerbster Bündnis für Demokratie.
Vereine profitieren von finanzieller Unterstützung der Sparkasse für Kulturfesttage
Denn es sind neben Einrichtungen wie der Musikschule, die die Kreuzgänge im Museum erklingen lässt, dem Gymnasium, das „Junge Kunst in Anhalt“ präsentiert, oder auch dem Stadtarchiv, in dem Besucher in amtliche Dokumente aus sieben Jahrhunderten eintauchen können, vor allem eben die lokalen Vereine, die - unter dem Dach der Stadt - die Kulturfesttage mit Konzerten, Führungen und Vorträgen prägen. Dieses Engagement unterstützen die Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld und die Sparkassenstiftung Anhalt-Zerbst erneut mit 7.000 Euro.

Der Betrag wird an die Vereine weitergereicht, wodurch sie ihre Veranstaltungen mit günstigen Eintrittspreisen oder sogar kostenlos anbieten können, so Bürgermeister Andreas Dittmann bei der offiziellen Übergabe der Gelder. Ohne die seit Jahren stetig fließenden Mittel seien die Kulturfesttage in dieser charakteristischen Vielfalt nicht möglich, betont der Chef des Rathauses, das selbst wieder zur Galerie für eine der insgesamt sechs Ausstellungen wird.
Von Naturwundern im Alltag bis zur Rettung des Zerbster Krankenhauses
Zwar wird sich diese zeitlich aus Krankheitsgründen etwas verschieben, dennoch auf jeden Fall stattfinden. Die Rede ist von den Werken der aus Lüneburg stammenden Aquarellmalerin Antje Gilland, die Tiere und Pflanzen nicht nur einfach mit Pinsel und Farben aufs Papier bringt, sondern sich zugleich mit ihren Beobachtungen auseinandersetzt. „Nature Journaling“ nennt sich die kreative Methode, mit der sie „Naturwunder im Alltag“ in einer Mischung aus Bild und Text festhält. Kinder wie Erwachsene können es bei einem Workshop im Schlossgarten gern selbst ausprobieren.

Um Mitwirkung völlig anderer Art geht es beim moderierten Dialog und Austausch zum Thema „Was bedeutet die Rettung des Zerbster Krankenhauses für die Demokratieerfahrung?“. Es handelt sich um ein neues Format, „bei dem wir noch nicht wissen, was rauskommt“, gesteht Dittmann mit Blick auf diesen Gesprächsabend rund um die Möglichkeiten, sich als Bürger einzubringen und etwas zu bewegen.
Glaskünstler, Maler und Bildhauer Gerlach Bente zeigt die Magie der Transparenz
Fester Bestandteil hingegen ist die Personalausstellung im Museum, die in diesem Jahr Gerlach Bente gestaltet. Als Glaskünstler ist er über das Projekt „Lichtungen“ mit der Region verbunden. Nach seinen Entwürfen wurden die Fenster der Nuthaer Kirche gestaltet. Zugleich ist er Maler und Bildhauer, was sich in seiner „Magie der Transparenz“ widerspiegeln wird - so der Titel der Ausstellung, deren Vernissage am 13. Februar um 18 Uhr die Kulturfesttage einläutet.

Deren offizielle Eröffnung folgt am 14. Februar um 14 Uhr mit einem Konzert des Trios Songland, hinter dem sich Sarah Lipfert (Gesang), Stephan Bormann (Gitarre) und der in Zerbst längst bekannte Christoph Reuter (Piano) verbergen. Mit ihrer neuen Band gehen die Drei gemeinsam ihrer großen Leidenschaft nach, über stilistische Grenzen hinweg Songs zu schreiben, in denen sich Einflüsse aus Soul, Pop, Jazz und dem Singer-Songwriter-Genre wiederfinden.
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Krimi-Comedy gibt es dann zum Abschluss der vier Kulturwochen mit dem Theater iks und dem „Mord in der Haifischbar“ am 15. März. Bleibt die Bonus-Veranstaltung am 18. März zu erwähnen. Dann stellt Bestsellerautor Arno Strobel auf seinem Weg zur Leipziger Buchmesse in Zerbst zum Auftakt seiner neuen Thriller-Serie „Ungelöst“ den frisch gedruckten ersten Teil vor.
Auszug aus dem Programm der 61. Zerbster Kulturfesttage:
15. Februar, 15 Uhr, Museum: Der Stadtchor lässt die Kreuzgänge erklingen*22. Februar, 11, 14 und 15 Uhr: Führungen durch das Stadtarchiv auf der Schloßfreiheit mit dem Schwerpunkt „Bürokratie gestern und heute - amtliche Dokumente aus sieben Jahrhunderten“ (Anmeldung unter 03923/75 41 45)27. Februar, 19 Uhr, Essenzen-Fabrik: Der Geigerzähler - 20 Jahre Punk mit Geige1. März, 14.30 Uhr, Francisceum: Singen im Alumnatskorridor mit dem Kammerchor Zerbst5. März, 18 Uhr, Ratssaal: Vortrag zu „Das Erbe Friedrich von Kalitsch - Der Wald mit Zukunft vor unserer Haustür“7. März, 19 Uhr, Essenzen-Fabrik: Theaterstück „Die Nachtwache“ von Manfred Bieler*8. März, 15 Uhr, Museum: Musik in den Kreuzgängen mit der Musikschule*11. März, 18.30 Uhr, Essenzen-Fabrik: Gesprächsabend unter dem Titel „Was bedeutet die Rettung des Zerbster Krankenhauses für die Demokratieerfahrung?“13. März, 18 Uhr, Francisceum: Liederabend „Voll auf Musik“14. März, 10 und 13 Uhr, Stadtbibliothek: Workshop „Mangas zeichnen“ (Anmeldung bis 6. März unter 03923/24 53)14. März, 19 Uhr, Essenzen-Fabrik: BaRock & Lyrik*15. März, 10 Uhr, Rathaus/Schlossgarten: Workshop „Die Natur sehen und festhalten - Mit Stift und Herz“ mit Aquarellmalerin Antje Gilland*15. März, 18 Uhr, Stadthalle: Krimi-Comedy „Mord in der Haifischbar“*18. März, 19 Uhr, Stadthalle: Thriller-Lesung mit Bestseller-Autor Arno Strobel und seinem neuen Buch „Ungelöst – Die erste Zeugin” (*eintrittspflichtig)