Aschersleben (dpa/dt) l Sachsen-Anhalts Polizeinachwuchs soll sich bei seiner Ausbildung künftig stärker spezialisieren können. So könnten sich die Studenten entweder vertieft für einen Einsatz bei der Kriminalpolizei vorbereiten oder für den Einsatz als Ordnungshüter bei der Schutzpolizei, wie der Sprecher der Fachhochschule der Polizei sagte. Trotz verstärkter Spezialisierung bleibe der Abschluss für alle Studenten der gleiche und beschränke nicht die späteren Einsatzmöglichkeiten.

Details zu den geplanten Änderungen und einen Ausblick auf das kommende Jahr wird Rektor Frank Knöppler an diesem Donnerstag (14.00 Uhr) in Aschersleben geben. Auch der Umgang mit auffälligen Polizeianwärtern soll noch einmal thematisiert werden. Die Hochschule war zuletzt wiederholt in die Schlagzeilen geraten, unter anderem weil mehrere Anwärter mit Drogen erwischt wurden. Die Ausbildungsstätte verschärfte bereits ihr Bewerbungsverfahren.

In Aschersleben lernen derzeit deutlich mehr Nachwuchspolizisten als in früheren Jahren. Zuletzt waren es fast 1400. Zuvor hatte das Land entschieden, nach jahrelangem Personalabbau wieder mehr Polizisten auszubilden und einzustellen. Und trotzdem sucht die Polizei in Sachsen-Anhalt auch weiterhin händeringend Nachwuchs, denn jeder zehnte Schüler kommt nicht in den Revieren an.

In den vergangenen Monaten sind Polizeischüler unter anderem wegen Drogen-Eskapaden in die Schlagzeilen geraten. "Sie können nach wie vor niemandem, der zu uns kommt, in den Kopf gucken. Egal wie der Eignungstest aussieht", sagte Rektor Frank Knöppler in einem Interview mit der Volksstimme und stellt Maßnahmen vor.