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Spendenaktion von Volksstimme und der Paritätische „Leser helfen 2025“: Kinderheim „Kreuzberg“ in Wernigerode braucht Fußballtore für Teamgeist

Die Volksstimme und der Paritätische Sachsen-Anhalt unterstützen mit der Spendenaktion „Leser helfen 2025 “ Projekte, die Familien und Kinder stark machen. Warum sich die Bewohner des Kinder- und Jugendheims Kreuzberg in Wernigerode schon lange richtige Fußballtore wünschen.

Von Holger Manigk 29.12.2025, 10:45
Die Bewohner und das Team des Kinder- und Jugendhauses "Kreuzberg" in Wernigerode lieben Fußball – nur richtige Tore fehlen ihnen noch.
Die Bewohner und das Team des Kinder- und Jugendhauses "Kreuzberg" in Wernigerode lieben Fußball – nur richtige Tore fehlen ihnen noch. Foto: Holger Manigk

Wernigerode. - 21 Kinder und Jugendliche aus oft schwierigen familiären Verhältnissen leben im Kinder- und Jugendhaus „Kreuzberg“ – den Harz und Wernigerodes Innenstadt als Ausflugsziele haben sie direkt vor der Haustür. Doch für eines ihrer Hobbys fehlen ihnen bislang die passenden Voraussetzungen an der Villa über dem Mühlental.

Hinweis: Das Projekt wird im Rahmen der Volksstimme-Aktion "Lesen helfen 2025" mit dem Motto "Starke Kinder, starke Familien" vorgestellt.

„Unsere Kinder lieben Fußball – sie spielen, rennen, lachen und wachsen dabei über sich hinaus“, sagt Jessica Klutzny, die die Einrichtung des Regionalverbands am Harz der Arbeiterwohlfahrt (Awo) leitet. Mehrere der Bewohner zwischen acht und 19 Jahren – auch Mädchen – spielten in Vereinen der Region.

Was bringt Fußball den Kindern und Jugendlichen im Wernigeröder Kreuzberg?

Das runde Leder sei unter den Jugendlichen „ein großes Thema“, viele eiferten Idolen aus der Bundesliga oder internationalen Stars nach. Der gemeinsame Kick – häufig mit den Mitarbeitern – bringe den Jungen und Mädchen Beschäftigung ohne Smartphone, soziale Kontakte, Teamgeist und Selbstvertrauen. „Fußball gibt Kindern, die schwere Zeiten hinter sich haben, ein Stück Normalität und Freude“, betont Klutzny.

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Einige ihrer Schützlinge litten zudem an Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen. „Wir wollen ihrem Drang nach Bewegung an der frischen Luft gerecht werden. Zusätzlich können sie so Alltagsstress abbauen“, so die Awo-Mitarbeiterin.

Bislang müssen die Kreuzberg-Kinder dabei aber mit improvisierten Lösungen auf der Wiese am Hang hinter dem Haupthaus Vorliebe nehmen – diese seien wackelig und dem Eifer der jungen Kicker kaum gewachsen. „Unsere kleinen, tragbaren Aufstelltore fliegen häufig einfach weg, wenn geschossen wird.“

Kinder- und Jugendhaus „Kreuzberg“ benötigt knapp 1.400 Euro Spenden für Tore

Deshalb stehen zwei stabile, wetterfeste Tore „schon lange auf unserer Wunschliste“, berichtet die Kreuzberg-Chefin. Ihr Team plane aufgrund der Größe des Spielfeldes Tore mit einer Breite von circa zwei Metern der Tore und die Installation einer Kippsicherung oder Verankerung im Boden. Dafür benötige das Kinderheim 1.378 Euro.

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„Wenn alles gut geht, können wir im nächsten Frühjahr bauen und dann bei uns richtig kicken“, hofft Klutzny. „Das wäre das Tüpfelchen auf dem i für unser ‚Jahr der Rekorde‘, das ein Kollege 2025 ausgerufen hat.“ Dabei sollen die Jugendlichen möglichst viele Schritte zu besonderen Kraftorten in der Umgebung zurücklegen.

Awo-Kinderhaus im Harz hat sein Außengelände zuletzt bereits aufgepeppt

In den vergangenen Jahren konnte das Kinderheim sein Außengelände auch dank Spenden bereits Schritt für Schritt verbessern – so entstanden ein Klettergerüst und eine hölzerne Grillhütte. Zum Tagesablauf der Jugendlichen gehören neben Freizeit Schulaufgaben, kleine Arbeiten im Haus und gemeinsame Mahlzeiten. „Wir leben wie in einer großen Familie“, sagt die Leiterin.

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Sie und ihr Team mit zwölf pädagogischen Mitarbeitern betreuen Kinder mit Störungen im Sozialverhalten, in der Persönlichkeitsentwicklung sowie Störungen im seelischen Bereich, Identitäts- und Rollenfindungsstörungen. Aber auch Jungen und Mädchen, die in ihren Familien Konflikte und belastende Situationen wie Erkrankungen der Eltern erleben oder durch Schulabstinenz auffallen, finden den Weg zum Kreuzberg.