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Erhöhung des Abwasserzweckverbandes Ärger über Gebühren für Abwasser: Rund 60 Widersprüche nicht annerkannt

In Möckern ärgern sich Einwohner über die gestiegende Gebühr für Abwasser und Kommunikation des Abwasserzweckverbandes. Warum Widersprüche nicht annerkannt werden.

Von Stephen Zechendorf 16.11.2025, 19:00
Ein Gullideckel in Möckern.
Ein Gullideckel in Möckern. Foto: Stephen Zechendorf

Möckern. - Harsche Kritik an der Außenkommunikation des Möckeraner Abwasserzweckverbandes wurde bei der öffentlichen Verbandsversammlung des AZV am Montagabend im Rathaus Möckern geäußert. „Die Kommunikation war scheiße“, fasste Detlef Friedrich, Vorsitzender der Verbandsversammlung, zusammen. Gemeint war die zuvor kaum kommunizierte Gebührenanhebung bei der Abwasserentsorgung zum 1. Januar 2025.

Aufgabe des AZV ist die Entsorgung der im Einzugsgebiet entstehenden Abwässer. Gegen Gebühr, versteht sich, und diese Gebühr war mit Beginn der neuen Kalkulationsperiode am 1. Januar 2025 drastisch erhöht worden.

Einwohner von Möckern kritisieren Erhöhung der Abwassergebühr: Heidewasser widerspricht Vorwürfen

„Nirgendwo im Gebührenbescheid war ein Hinweis auf die Erhöhung zu lesen. Die neuen Abschläge erfolgten ohne jede Begründung“, kritisierte in der Bürgersprechstunde auch Birgit Arndt, die für den Ortschaftsrat Zeddenick der Sitzung beiwohnte. Weitere Einwohner waren nicht gekommen.

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Die Geschäfte des AZV Möckerns erledigt die Heidewasser GmbH. Und so landeten dort auch die knapp 60 „Widersprüche“ von Bürgern, die die neue Kalkulation nicht klaglos hinnehmen wollten. Dazu erklärte Heidewasser-Geschäftsführerin Claudia Neumann: „Wirkliche Widersprüche gab es keine. Denn es war ja eine Mitteilung an die Kunden über Abschläge, denen man nicht widersprechen kann.“ Der Gebührenbescheid habe sich auf das Jahr 2024 mit der alten Kalkulation bezogen.

Claudia Neumann wollte den Vorwurf mangelhafter Kommunikation nicht einzig bei Heidewasser stehen lassen. Nach dem Beschluss in der Verbandsversammlung im November 2024 habe es neben der Pressemitteilung auf der AZV-Internetseite schließlich auch eine öffentliche Stadtratsitzung in Möckern gegeben, in der die Gebührenanhebung hätte kommuniziert werden können.

Neues System für Trinkwasser: Grundpreisumstellung für Möckern

Ob künftig ein neues Preissystem helfen könnte, die Abwassergebühren fairer zu gestalten, bleibt abzuwarten. Denn bereits in der – eine Stunde zuvor im Rathaus Möckern abgehaltenen – Verbandssitzung des Trinkwasserverbandes „Im Burger Land“ hatte die Heidewasser-Geschäftsführerin eine Grundpreisumstellung vorgestellt: „Unser Auftrag war, beim Trinkwasser den Mengenpreis von 2,14 Euro pro Kubikmeter Trinkwasser für die kommenden fünf Jahre stabil zu halten. Dies wird uns nur gelingen, wenn wir eine Grundpreisumstellung vornehmen und statt der jetzigen Zählergröße dann die Zahl der Wohneinheiten berücksichtigt wird.“

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Das hätte zur Folge, dass in einem Mehrfamilienhaus nicht mehr nur eine Grundgebühr für den einen Wasserzähler des Wohnblocks erhoben wird, sondern für jede Wohneinheit mit ein eigenem Zähler. „Die Last wird dann mehr auf die Bewohner in Mehrfamilienhäusern verteilt. Für Wohnungsbaugesellschaften ist das eine Mehrbelastung“, führte Claudia Neumann aus. Sie gehe davon aus, dass die Wobau sich die Mehrkosten vom Mieter zurückholen werde. „Es gibt kein gerechtes Gebührenmodell“, so Neumann.

Heidewasser plant neue Kalkulation für Gebühren

28.000 Haushalte im Versorgungsgebiet hatte Heidewasser angeschrieben und um eine Selbstauskunft gebeten. 24.000 Rückmeldungen habe es gegeben, daraus werde Heidewasser jetzt eine neue Kalkulation erstellen.

Ob dieses Modell in der nächsten Gebührenkalkulationsperiode auch beim Abwasserzweckverband Möckern eingeführt werden könnte, sei einzig Sache des AZV, sagte Neumann. Sie warnte aber davor, dazu die laufende Kalkulationsperiode zu unterbrechen. In zwei Jahren erfolge sowieso eine Neukalkulation.

Großes Projekt in Möckern: Sanierung von Rohren und neue Firmenzentrale

Als eine der großen Baumaßnahmen in den kommenden Jahren in Möckern nannte Claudia Neumann die ins Jahr 2028 geschobene Rohrleitungssanierung „Hasensprung/Neue Straße“ in Möckern, die mit 579.000 Euro veranschlagt wird. Doch auch in eigener Sache ist der Trinkwasserversorger derzeit eifrig am Bauen. Das Unternehmen verlässt die bisherigen Büros in Magdeburg und zieht in den neu errichteten Firmensitz in der Herrenkrugstraße.

Aufgrund des Umzugs sei die zentrale Verwaltung derzeit nur eingeschränkt telefonisch erreichbar, teilt das Unternehmen mit. Dies werde voraussichtlich bis zum 21. November so sein.