Gardelegen l Das Altmark-Klinikum, Standort Gardelegen, ist auf eine mögliche Behandlung von Corona-Patienten gut vorbereitet. „Wir haben, in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut und in der Annahme, dass vermehrt Patienten zu uns kommen, frühzeitig mit der Vorbereitung begonnen“, versichert Chefarzt Dr. Michael Schoof gestern im Gespräch mit der Volksstimme.

Kinderklinik umfunktioniert

Die Kinderklinik wurde umfunktioniert zu einer Station nur für Corona-Patienten. Insgesamt acht Betten für Behandlungsbedürftige sind vorhanden. Und es gibt im selben Gebäude, das außerhalb des Haupthauses liegt, auch einen Bereich für Patienten, deren Diagnose noch nicht bestätigt ist, die einer räumlichen Trennung bedürfen und bei denen eine weitere Behandlung zu erwarten ist. Hier sind auch noch einmal sechs Betten vorgesehen.

Sowohl ärztliches als auch pflegendes Personal kümmern sich hier ausschließlich um Corona-Patienten, so dass mögliche Übertragungen auf andere Patienten ausgeschlossen sind, betont Schoof. Und auch auf der Intensivstation, die sich schon aus technischen Gründen nicht verlegen lässt, gebe es mittlerweile einen Bereich, der so konzipiert sei, dass Corona-Patienten räumlich getrennt von anderen Patienten behandelt werden könnten. Ebenso wie in der Notfallambulanz. Auch dort gab es insoweit eine Umorganisation, dass Patienten mit Verdacht auf eine Corona-Erkrankung getrennt von anderen Notfällen untersucht werden können.

Alles was an Prävention möglich ist

Alles, was an Prävention möglich ist, wurde also umgesetzt. „Im Moment ist auch alles gut händelbar“, versichert Schoof. Für das Szenario eines vermehrten Zulaufs an behandlungsbedürftigen Patienten, gebe es zudem eine enge Zusammenarbeit mit anderen Kliniken im Land. „Wir verständigen uns untereinander.“ Das könne bedeuten, dass auch das Altmark-Klinikum im Ernstfall Patienten aus anderen Häusern aufnehmen würde, oder umgekehrt.

Auch neu in der derzeitigen Lage: Im Altmark-Klinikum gibt es nun einen Verantwortlichen für die Koordination der Ausbildung, ein Facharzt für Anästhesie, der sich zusammen mit den Hygienespezialisten des Klinikums nur um die Schulung des Personals in beiden Häusern kümmert. „Ein enormer Aufwand“, wie Schoof betont: Es gehe zum Beispiel darum, wie Schutzkleidung richtig an- und ausgezogen wird. „Das hört sich banal an, ist aber extrem wichtig“, gerade angesichts von Wiederverwertbarkeit.

Klinik-Mitarbeiter nähen Schutzmasken

Noch sei zwar ausreichend Schutzbekleidung vor Ort, versichert Michael Schoof, der auch Medizinischer Geschäftsführer der Altmark-Klinikum gGmbH ist, „aber auch wir sind natürlich angewiesen auf Nachschub.“ Der sei in Zusammenarbeit mit dem Landkreis geordert. Allein darauf wollen sich die Verantwortlichen aber nicht verlassen. Klinik-Mitarbeiter nähen derzeit Mundschutzmasken, die den hygienischen Anforderungen genügen. Eine Situation, die selbst der langjährige Chefarzt und Internist so noch nicht erlebt hat.

Dennoch sei Panik fehl am Platz. Gerade in der dünn besiedelten Altmark: „Es ist ein Riesenvorteil, dass wir ein Flächenlandkreis sind!“, sagt Schoof. Der Altmarkkreis ist derzeit die Region im gesamten Bundesland mit den wenigsten positiv auf Covid 19 getesteten Menschen.

Was dem medizinischen Leiter aber vor allem wichtig ist: „Niemand muss Angst haben, dass er bei einer behandlungsbedürftigen Krankheit abgewiesen wird!“ Lediglich plan- und verschiebbare Behandlungen würden derzeit möglicherweise etwas warten müssen. Alle notwendigen Maßnahmen in den Kliniken für Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Pädiatrie sind auch weiterhin gewährleistet.

Ausreichend Beatmungsgeräte

Und auch hinsichtlich vieler Befürchtungen von Bürgern will Schoof beruhigen: „Es gibt eine ausreichende Zahl von Beatmungsgeräten.“ So könnten im Ernstfall zum Beispiel auch Geräte, die sonst im Operationssaal verwendet werden, für eine Behandlung von Corona-Patienten genutzt werden.

Dennoch bittet Schoof Patienten mit vermeintlichen Symptomen, nicht einfach im Krankenhaus zu erscheinen, sondern den empfohlenen Handlungsabläufen zu folgen. Also: telefonischer Kontakt mit dem Hausarzt und/oder bundesweiter Notfallnummer 116 117, wo dann zunächst der Ablauf von Untersuchung oder Behandlung geklärt werde. „Das Altmark-Klinikum kann nur Patienten aufnehmen, die einer stationären Behandlung bedürfen“, so Schoof.