Magdeburg/Düsseldorf l Der Ausgang des Bieterstreits zum Bau des neuen Strombrückenzuges in Magdeburg bleibt weiter offen. Ein am 20. März 2019 vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf angesetzter Verkündungstermin wurde erneut verschoben, teilte ein Gerichtssprecher auf Nachfrage mit. Ein neuer Termin zur Urteilsverkündung sei für den 17. April 2019 angesetzt. Einen Grund für die Vertagung gab das Gericht nicht an. 

Der Bieterstreit um den Auftrag zum Bau des neuen Strombrückenzuges zwischen Stadtzentrum und den ostelbischen Stadtteilen in Magdeburg dauert bereits länger als ein Jahr an. Der Magdeburger Stadtrat hatte den Auftrag im Dezember 2017 der Bietergemeinschaft Strabag/Züblin zugesprochen. Sie hatte mit 85,9 Millionen Euro das günstigste Gebot abgegeben, gefolgt von Hochtief mit 93 Millionen Euro.

Gericht verschiebt Termine mehrmals

Hochtief veranlasste daraufhin ein Nachprüfungsverfahren bei der Bundesvergabekammer in Bonn und gewann. Die Kammer attestierte der Stadt Mängel bei der Ausschreibung. Unter anderem seien der Bietergemeinschaft Strabag/Züblin notwendige Referenzen nicht abgefordert worden. Im Mai 2018 wiederum zogen Strabag/Züblin gegen den Kammerentscheid vors Oberlandesgericht Düsseldorf, das in der Sache in letzter Instanz entscheidet. Nach schon mehreren Terminverschiebungen zur Anhörung steht die Urteilsverkündung weiter aus.

Wann die Brücke endlich gebaut werden kann, bleibt damit völlig unklar. Der Stadt Magdeburg als Auftraggeberin stehen unabhängig vom Urteil ohnehin schwierige Nachverhandlungen zu den schon anderthalb Jahre alten Geboten ins Haus. Der Zeitverzug dürfte eine erhebliche Teurung verursachten.

Brücke kostet mehr als 119 Millionen Euro

Die Gesamtkosten für den Brückenbau samt Planung und Straßenanbindungen gab die Stadt Magdeburg zuletzt mit 119 Millionen Euro an. Dabei dürfte es nicht bleiben.

Ursprünglich sollte die neue Elbbrücke von 2018 bis 2021 errichtet werden. Der alte Zeitplan ist komplett aus dem Ruder und ein neuer noch nicht in Sicht.