Starke Sonderausstellung in Magdeburger Museum Magdeburger Dom historisch: Was bei diesem Foto auffällt
Das Kulturhistorische Museum Magdeburg widmet sich mit der Sonderausstellung „Erbauung (an) der Vergangenheit“ dem Beginn der großen Magdeburger Domreparatur vor 200 Jahren und ordnet sie ein.

Magdeburg - Das Kulturhistorische Museum präsentiert anlässlich des 200. Jubiläums der großen Domreparatur die Sonderausstellung „Erbauung (an) der Vergangenheit. Der Magdeburger Dom und die Wiederentdeckung des Mittelalters in Preußen“, die noch bis zum 17. Mai 2026 zu sehen ist. Die Volksstimme gibt Einblicke zu ausgewählten Objekten der Sonderausstellung. Heute: Ansicht des Ostchores von Norden mit Walmdächern des Bischofsgangs
Im Landesarchiv Sachsen-Anhalt in Magdeburg befinden sich zwei ungewöhnliche Werke von Carl Georg Adolph Hasenpflug, die zu den Aktenbeständen der Großen Domreparatur ab 1826 gehören. Es handelt sich um zwei Bleistiftzeichnungen, die mit Ölfarbe koloriert und auf Eichenholztafel aufgezogen wurden.
Schlechter baulicher Zustand
Hasenpflug zeigt auf beiden Tafeln den Chor des Magdeburger Doms von Norden aus und konzentriert sich bei der ausschnitthaften Architekturmalerei auf den stufenweise ansteigenden Ostabschluss, allerdings mit zwei variierenden Verdachungen.
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Die Grundlage für die erste Version beruht auf der 1827 noch bestehenden Verdachung mit einzelnen Walmdächern im Bereich des Bischofsgangs. Bei der zweiten Version ersetzte er die Spitzdächer durch ein Pultdach, das in seiner Form auf die Unterkonstruktion der Eindeckung des Bischofsgangs mit flachen Sandsteinplatten zurückgeführt werden kann.
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Nötig wurde die eingehende Architekturanalyse durch den schlechten baulichen Zustand des Ostabschlusses, dessen Instandsetzung einen Schwerpunkt des Domreparaturbaus bildete.
Wie es zur Farbwahl kam
Bemerkenswert ist dabei die Funktion der Tafeln von 1827/28, denn sie dienten als Anschauungsmaterial für König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und wurden zur Entscheidungsfindung nach Berlin übersandt. Vergleicht man beide Darstellungen, so fällt auf, dass neben der rein architektonischen Umsetzung der Dachvarianten auch Unterschiede in der künstlerischen Ausführung bestehen. So erscheint die Farbwahl bei Version mit den Walmdächern nuancenreicher und die steinernen Oberflächen plastischer modelliert.
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Ob Carl Hasenpflug damit vorsichtig zum Ausdruck bringen wollte, dass er die Spitzdachvariante bevorzugte, lässt sich nicht mehr entscheiden. Es fällt jedoch auf, dass er noch in den 1830er Jahren den Domchor auch noch in seiner früheren Bedachung malte, obwohl sich Friedrich Wilhelm III. 1828 für die Instandsetzung des Ostabschlusses mit Pultdach entschied.