Magdeburg l Der Lärmschutz ist ein hohes Gut und stellt bei neuen Wohnprojekten oft eine ebenso hohe Hürde dar. Bestes Beispiel sind in Magdeburg die beiden Reichseinheitsspeicher im Wissenschaftshafen, deren Sanierung bis heute wegen der Geräuschkulisse von den Magdeburger Mühlenwerken nicht umgesetzt werden konnte.

Statt monotonen Brummens könnte der Lärm der Züge der Deutschen Bahn das Wohnbauprojekt am ehemaligen Schroteplatz verhindern. Die Bauland-Gesellschaft aus Magdeburg will dort an der Virchowstraße mehrere Mehrfamilienhäuser bauen. Das Bebauungsplanverfahren geht derzeit in die nächste Runde. Ein in dessen Rahmen erstelltes Gutachten prognostiziert einzelne Überschreitungen der Grenzwerte für Nachtlärm um bis zu 21 Dezibel.

Gebäude als Lärmschutz

Ein Lärmschutzwall entlang der Bahnlinie sei aufgrund der Größe der Gebäude wirtschaftlich nicht machbar, heißt es seitens der Verwaltung. Um dennoch eine Bebauung zu ermöglichen, soll unmittelbar an den Bahnflächen ein Mischgebiet für Gewerbe und Wohnen ausgewiesen werden. Dort soll ein geschlossenes Gebäude mit sechs bis sieben Geschossen entstehen, das die dahinter liegenden Wohnhäuser als „aktive Schallschutzmaßnahme“ vor Lärm von Bahn und auch Tangente bewahren würde.

Zudem könnte durch eine entsprechende Anordnung der Gebäude eine Minderung des Lärms um bis zu 15 Dezibel erreicht werden. Die weitere Überschreitung der Grenzwerte sei mit Blick auf die städtebaulich wichtige Entwicklung der innerstädtischen Brachfläche zwischen Virchowstraße und Uni-Gebäude an der Zschokkestraße zu vernachlässigen, stellt die Stadtverwaltung Magdeburg fest. Immerhin würde ein gut 32.000 Quadratmeter großes, ungenutztes Areal belebt werden.

Neuer öffentlicher Spielplatz

Durch die geplante Bebauung sowie die Entwicklung des Ravensberg-, Virchow- und Altstadtquartiers sowie im Luisenturm werden zudem bis zu 450 neue Wohnungen entstehen. Weil dadurch auch der Bedarf an Spielflächen steigt, soll ein neuer, öffentlicher Spielplatz im Plangebiet festgesetzt werden.