Wernigerode l Im Moment ist sie täglich unterwegs, die Streife, die im Lustgarten nach dem Rechten sieht. Die Stadt Wernigerode hat das private Security-Unternehmen angeheuert, weil es in der Vergangenheit vermehrt zu Ruhestörung und Vandalismus in der eigentlich idyllischen Parkanlage unterhalb des Schlosses gekommen war.

Der Streifendienst im Lustgarten ist seit dem 19. Juni im Einsatz, informiert Rathaussprecherin Ariane Hofmann auf Volksstimme-Nachfrage. Außerhalb der Ferien seien die zwei Sicherheitskräfte an den Wochenenden, Freitag bis Sonntag, im Einsatz, und in den Sommerferien täglich zwischen 19 und 24 Uhr. Bei Bedarf würden die Einsatzzeiten angepasst werden.

Die Park-Patrouille spreche Störer an - wenn nötig - und weise sie auf die Parkordnung hin. „Sollten Platzverweise erforderlich sein, werden die Polizei oder Mitarbeiter der Stadt hinzugezogen“, so Ariane Hofmann weiter.

Keine Anzeigen im Ordnungsamt mehr

24.000 Euro hat die Stadtverwaltung 2020 für den Streifendienst eingeplant. Eine Investition, die sich bislang auszuzahlen scheint. „Die Situation im Lustgarten war bisher ruhig“, so die Sprecherin - bis auf kleinere Ausnahmen wie einzelne Mopedfahrer, nicht angeleinte Hunde, Radfahrer und ähnliches. In letzter Zeit seien keine Anzeigen wegen Ruhestörung im Ordnungsamt eingegangen.

Das war schon mal anders. 2018 liefen Anwohner des Lustgartens Sturm, weil der nächtliche Lärm und der Vandalismus in ihrer Nachbarschaft unerträglich geworden war. Von April bis Ende August habe sich die Ruhestörung gezogen, klagten Anwohner damals. Bereits nachmittags seien vereinzelt Jugendliche in die Parkanlage gekommen, hätten dort laute Musik gehört. In den Abendstunden waren es größere Gruppen mit mehr als 100 Leuten, die dort regelmäßig bis in die frühen Morgenstunden gefeiert hätten. Zurück blieben jedes Mal jede Menge Müll und Verwüstung.

Die Sorgen der Anwohner seien wohl bekannt, hieß es damals aus dem Rathaus. Auf die Schnelle habe man aber kein Personal zur Hand, um den Lustgarten regelmäßig zu bestreifen. Um die dennoch Situation zu entschärfen, setzte die Stadtverwaltung 2019 schließlich auf den privaten Sicherheitsdienst. Die Anwesenheit der Streife zeigte Wirkung. Trinkgelage und Ruhestörung verlagerten sich aber an andere Orte in der Stadt.

Beschwerden von Stadtmauer und Spieplätzen

Wie zum Beispiel an die Blumenuhr gleich hinter dem Rathaus, wo seit Frühjahr 2019 die Nerven der Anwohner und Gastronomen blank lagen. Andere aktuelle Treffpunkte seien laut Ariane Hofmann der Platz des Friedens, die Stadtmauer und diverse Spielplätze. „Von dort kamen Beschwerden wegen Ruhestörung in Abend- und Nachtstunden.“ Dem werde nachgegangen. Ob es sich bei den jungen Leute aber tatsächlich um die Störenfriede aus dem Lustgarten handele, sei nicht festzustellen.

Es sei keinesfalls die Absicht der Stadtverwaltung, nun sämtliche Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Lustgarten zu vertreiben, betont die Rathaussprecherin. „Der Aufenthalt ist im Park erwünscht, aber unter der Maßgabe, dass sich alle an die Parkordnung halten.“ Das heißt beispielsweise, Hunde anleinen, keine Befahrung mit Fahrrädern oder anderen Fahrzeugen, keine Vermüllung oder Vandalismus, kein Lärm - damit sich alle Besucher des Parks erholen könnten.

Um den jungen Leuten einen Platz zu bieten, an dem sie erwünscht sind, sei die obere Wiese im Lustgarten in Kreisform gemäht worden. Wie Hofmann weiter informiert, wurden dort zusätzliche Abfallbehälter aufgestellt, um eine Vermüllung des Bereichs zu vermeiden. Außerdem würden in Zusammenarbeit mit der Polizei in unregelmäßigen Abständen Kontrollen stattfinden.