Aufatmen im Harz

Waldbrand im Harz: Feuer ist nach einer Woche endlich gelöscht

Nach einer Woche können die Einsatzkräfte aufatmen. Für den Großbrand am Brocken wurde nun das Signal "Feuer aus" gegeben. 

Aktualisiert: 11.09.2022, 14:32
Das Feuer im Harz ist gelöscht. Die Brandwache übernimmt nun der Nationalpark Harz.
Das Feuer im Harz ist gelöscht. Die Brandwache übernimmt nun der Nationalpark Harz. Foto: Matthias Bein/dpa

Quedlinburg/DUR/dpa – Der Brand am Brocken im Harz ist nach gut einer Woche gelöscht. Am Samstagabend habe der Feuerwehrleiter der Stadt Wernigerode das Signal "Feuer aus" gegeben, sagte Kai-Uwe Lohse, Chef der Landesfeuerwehr Sachsen-Anhalt, am Sonntag. Trotz des Regens könnten aber immer wieder Glutnester auftauchen, das sei nicht ungewöhnlich. Die Brandwache übernehme nun der Nationalpark Harz, so Lohse.

Hier lesen Sie, was alles in der Woche unternommen wurde, um den Großband zu löschen.

Katastrophenfall bei Waldbrand im Nationalpark Harz aufgehoben

Der Katastrophenfall wurde aufgehoben. Die Feuerwehr bekämpfte noch letzte kleine Glutnester, hieß es am Samstag. Zudem liefen die Aufräumarbeiten. Die umfangreiche Löschtechnik, etwa Pumpen und Schläuche, werde eingesammelt. Die Meldung „Feuer aus“ könne aber noch immer nicht gegeben werden. Es seien noch rund 50 Einsatzkräfte im Gebiet.

Feuerwehr aus Halle löscht am Freitag entlang der Brockenbahn

Zur Unterstützung der Einsatzkräfte sind am Freitag weitere Feuerwehren angekommen. Unter anderem aus Halle an der Saale. Die Einsatzkräfte waren nach eigenen Angaben vor allem entlang der Gleise der Brockenbahn im Einsatz und führten dort Restlöscharbeiten durch.

Der Löschzug der Harzer Schmalspurbahn ist mit einem Kesselwagen und einer Pumpe ausgestattet gewesen. Dieser wurde von den Hallensern auf dem Brockengipfel mit Wasser befüllt. Am Freitagnachmittag konnten die Hallenser ihren Einsatz jedoch schon wieder beenden und sich auf den Heimweg begeben.

Löschflugzeuge aus Italien nach Brocken-Einsatz zurück in Rom

Nach der Unterstützung beim Waldbrand am Brocken im Harz waren zwei italienische Löschflugzeuge wieder nach Rom zurückgekehrt. Die Flieger vom Typ Canadair CL 415 hätten ungefähr 60 Flugstunden absolviert und etwa 775.000 Liter Wasser in dem Einsatzgebiet ausgelöst, teilte der italienische Zivilschutz am Freitag in Rom mit.

Die Behörden hatten die Flugzeuge am 4. September nach Deutschland geschickt, um die Einsatzkräfte am Brocken bei der Brandbekämpfung zu unterstützen. Anhaltender Regen sorgte zuletzt für eine Entspannung der Lage dort.

Feuer am Brocken: Kreisfeuerwehr Göttingen hilft bei Löscharbeiten im Harz

Bei der Bekämpfung des Großbrandes am Brocken im Harz war am Freitag auch die Kreisfeuerwehr Göttingen zur Unterstützung geeilt. Seit Freitagmorgen waren zwei Fachzüge der Kreisfeuerwehrbereitschaft bei Nachlöscharbeiten im Einsatz, teilte die Feuerwehr mit.

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Die 58 Frauen und Männer wurden den Angaben zufolge per Hubschrauber in das schwer zugängliche Einsatzgebiet geflogen. Der Einsatz sei kurzfristig angefordert worden, nachdem ursprünglich vorgesehene Feuerwehreinheiten nicht verfügbar gewesen seien. Das Land Sachsen-Anhalt habe beim niedersächsischen Innenministerium um Unterstützung gebeten.

Mit zwölf Fahrzeugen seien die Einsatzkräfte in Richtung Schierke aufgebrochen. Die Feuerwehrleute sollten einen Tag lang bei der Bekämpfung des Großbrandes am Brocken eingesetzt werden.

Feuer im Harz: Wege zum Brockenplateau waren gesperrt

Die Ortslage Schierke wurde den Angaben zufolge wieder freigegeben. Das Brockenplateau und die Zufahrts- und Wanderwege blieben aber weiter gesperrt. Auch die Katastrophenlage wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgehoben.

Der Niederschlag hatte bei der Bekämpfung des Großbrandes am Donnerstag maßgeblich für Entlastung gesorgt. «Das Feuer ist unter Kontrolle und breitet sich nicht mehr aus», hieß es bereits von der Kreisverwaltung am Morgen. Allerdings hatte einsetzender Nebel zu Verzögerungen bei den Löschoperationen aus der Luft geführt.

Hier sehen Sie, wie die Feuerwehr den Brand am Boden löscht: Mit Video: So wird der Brand im Harz am Boden gelöscht

Auch am Donnerstag waren wieder verstärkt Bodenkräfte im mitunter schwer zugänglichen Brandgebiet im Einsatz, führte der Sprecher weiter aus. Aus der Luft half eine Vielzahl an Löschhubschraubern, die Brände in Schach zu halten. Das Technische Hilfswerk begann eine Brücke im Bereich des Nationalparks zu errichten.

Dank für Hilfe aus Italien: Löschflugzeuge kehren zurück

Die beiden italienischen Löschflugzeuge, die seit Montag bei der Brandbekämpfung halfen, wurden hingegen am Donnerstag entlassen. Die Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) dankte dem Team um die acht Piloten für ihren Einsatz. Der Chef der Landesfeuerwehr, Kai-Uwe Lohse, brachte den italienischen Gästen zu deren Abschied einen Harzer Kräuterlikör mit.

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Das Feuer im Harz war am Samstag an einem bei Touristen beliebten Wanderweg in der Nähe des Aussichtspunktes Goethebahnhof entdeckt worden. Die Brandursache ist noch unklar.

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Waldbrand im Harz: Einsatzkräfte haben Funk-Probleme

Probleme haben die Einsatzkräfte am Donnerstag nicht nur mit dem unwegsamen Gelände sondern auch mit der Kommunikation. Wie der Landkreis Harz am Vormittag miteilte, sind sowohl das Behörden-Funknetz BOS als auch die regulären Handynetze überlastet.

Die Einsatzleitung habe sowohl bei der Bundesanstalt für den Digitalfunk als auch bei der Telekom um Hilfe ersucht, um die Kommunikation sicherzustellen.

Waldbrand im Harz: Italienische Löschflugzeuge verabschiedet - Hubschrauber fliegen weiter

Aus der Luft sollen derzeit acht Löschhubschrauber die Brände in Schach halten. Die beiden italienischen Löschflugzeuge wurden hingegen am Vormittag entlassen und „mit einem regionalen Getränk verabschiedet“, so der Sprecher.

Im Kampf gegen das Feuer am Brocken im Harz haben die Einsatzkräfte in der Nacht zu Donnerstag Löschwasserbehälter mit etwa 150.000 Liter Wasser befüllt. Dafür seien Helfer aus dem Saalekreis eingetroffen, teilte der Landkreis Harz am späten Mittwochabend mit.

Walldbrand am Brocken: Feuerwehr geht verstärkt am Boden gegen Flammen vor

Befüllt werden demnach alle Behälter auf der Brockenstraße und zwei Kesselwagen der Harzer Schmalspurbahn. Ein Landwirt unterstütze die Arbeiten.

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Zuvor war am Tag die Brandbekämpfung am Boden intensiviert worden. Der Großteil des Löschwassers wurde am Mittwoch weiterhin aus der Luft von sieben Löschhubschraubern und zwei italienischen Löschflugzeugen abgeworfen.

Feuer im Nationalpark Harz: Regen am Mittwoch hat kaum Auswirkung auf Brand am Brocken

Die Feuerwehr rückt nach eigenen Angaben immer weiter zu den verschiedenen Brandherden am Brocken vor. Inzwischen sind 400 Einsatzkräfte sowie Spezialausrüstung vor Ort. Weitere 150 Kameraden seien auf dem Weg in Richtung Harz, teilte der Landkreis am Mittwochmittag mit.

Die kurzen Regenschauer am Mittwochnachmittag hatten derweil wegen ihrer geringen Intensität kaum Auswirkungen auf die Brandentwicklung, sagte der Sprecher. Am Donnerstag werde man erneut die Zahl der Rettungskräfte erhöhen. Über 500 Einsatzkräfte könnten dann zeitgleich gegen die Flammen vorgehen.

Die "massiv ausgeweiteten" Löschtrupps lockerten unter anderem den Boden und schlugen Schneisen für eine bessere Brandbekämpfung, sagte ein Sprecher des Landkreises Harz. Der Großteil des Löschwassers werde aber weiterhin aus der Luft von den sieben Löschhubschraubern und zwei italienischen Löschflugzeugen abgeworfen. Ob die Flugzeuge auch am Donnerstag eingesetzt werden sollen, war am Mittwochnachmittag laut Kreisverwaltung noch fraglich.

Waldbrand am Brocken: Am Donnerstag über 500 Einsatzkräfte im Nationalpark

Am Donnerstag werde man erneut die Zahl der Rettungskräfte erhöhen, sagte der Sprecher. Über 500 Einsatzkräfte könnten dann zeitgleich gegen die Flammen vorgehen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat sich ebenso für Donnerstag angekündigt, um sich von der Lage und den Arbeiten ein Bild zu machen, so der Landkreissprecher.

Der Großbrand unterhalb des Brocken-Gipfels lodert inzwischen seit fünf Tagen. Für Probleme sorgt vor allem, dass sich das Feuer teils unterirdisch ausbreitet.

Inzwischen sind 160 Hektar Fläche im Nationalpark Harz unterhalb des Brockenplateaus betroffen. Am Mittwochvormittag teilte der Landkreis mit, dass sich der Brand über Nacht nicht weiter ausgebreitet habe. Der Löscheinsatz zeige immer mehr Erfolge.

Am Dienstag war entdeckt worden, dass sich die Flammen unterirdisch ausgebreitet hatten und die Feuerwehr den Waldbrand nicht mehr komplett unter Kontrolle habe.

Boden im Nationalpark ausgetrockent: Feuer am Brocken kann sich unterirdisch ausbreiten

Aufgrund der fehlenden Niederschläge ist der Boden im Harz knochentrocken. Daher entzündet sich durch das Feuer auch brennbares Wurzelmaterial unter der Erde, das vorerst unbemerkt brennen und sich ausbreiten konnte.

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Bereits vor wenigen Wochen hatte sich in der Sächsischen Schweiz gezeigt, wie sehr die Waldbrände den Boden erhitzen. Dort hatte das Wasser in Löschwasserpfützen angefangen zu kochen.

Regen im Harz am Mittwochvormittag hilft Einsatzkräften - Unwetterwarnung am Vorabend

Die Feuerwehr-Kräfte hoffen daher, dass der am Vormittag einsetzende Regen hilft, unterirdische Feuer und Glutnester zu erkennen und abzulöschen.

Allerdings hat der Deutsche Wetterdienst für den Vorabend eine Warnung vor starken Gewittern herausgegeben. Blitzschlag und Sturm kann die Löscharbeiten behindern und die Flammen im schlimmsten Fall wieder anfachen.

Waldbrand im Nationalpark Harz: Feuerwehr löscht am Boden und aus der Luft

Am Mittwoch geht der Einsatz von Löschflugzeugen und Löschhubschraubern weiter. Der Concordiasee ist daher erneut für Passanten gesperrt.

Zudem will die Feuerwehr die Brandnester auch verstärkt am Boden bekämfen. Nachdem am Dienstag erste Teams im unwegsamen Gebiet im Einsatz waren, soll deren Zahl am Mittwoch noch einmal erhöht werden. Auch spezielle Löschtechnik, die das Wasser mit mehr Druck in den Boden spritzen soll, soll zum Einsatz kommen - vor allem in den betroffenen Moor-Gebieten.

Weitere Kräfte wurden eingesetzt, um den Brand in der Nähe von Bahngleisen zu löschen. Am Mittwoch sollte zudem eine Werkstatt- und Reparaturlogistik am Einsatzort für ausgefallenes Material aufgebaut werden. Insgesamt waren rund 380 Kräfte im Einsatz. Auch weitere Feuerwehren aus Sachsen-Anhalt verstärken die Einsatzkräfte. Nach wie vor galt der Katastrophenfall im Landkreis Harz.

Großbrand am Brocken: Sachsen-Anhalt will Harzer Schmalspurbahn einschränken

Sachsen-Anhalts Forstminister Sven Schulze (CDU) will nach dem aktuelen Waldbrand am Brocken den Betrieb der Brockenbahn einschränken. Die Harzer Schmalspurbahn müsse "Teil der Lösung" sein. Bei Waldbrandstufe 5 solle die Brockenbahn künftig nicht fahren, bei Stufe 4 solle von Fall zu Fall gemeinsam mit Behörden über den Betrieb entschieden werden. Die MZ hatte zuvor berichtet, dass auffallend viele Waldbrände im Harz direkt an der Bahnstrecke ausgebrochen seien.

Weiterhin fordert Schulze, dass im Nationalpark das sogeannte Totholz entfernt werden müsse. "Wir werden nicht den gesamten Nationalpark von Totholz befreien können", sagte der Minister. Aber dort, wo es nötig sei, müsse man handeln. Schulze sprach sich beispielsweise für breitere Schneisen aus. Umweltverbände wie Nabu und WWF warnen, dass der Wald ohne Totholz Schaden nehmen könnte und die Brandgefahr dann erst Recht steige.

Großbrand im Harz: Feuerwehr verliert am Dienstagnachmittag wieder Kontrolle über Brandherde am Brocken

Die Feuerwehr hat am Dienstag wieder die Kontrolle über den Großbrand im Harz verloren. Das berichtete Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse gegenüber dem MDR.

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Am Vormittag hatte ein Landkreissprecher noch mitgeteilt, dass die Feuerwehr den Brand nahe des Brockenplateaus unter Kontrolle habe. Am Mittag folgte jedoch die große Hiobsbotschaft: Bei Scans mit Wärmebildkameras stellten die Einsatzkräfte fest, dass sich der Brandherd ausgebreitet hat. Inzwischen sind rund 160 Hektar Fläche betroffen. 

Helikopter starten in Elend, um Waldbrand am Brocken zu löschen

Auf dem provisorischen Flugplatz bei Elend startet und landet ein Helikopter nach dem anderen. Die Piloten und ihre Helfer bekämpfen den Waldbrand am Brocken.

Waldbrand im Harz weitet sich unterirdisch aus - Facht Wind die Flammen wieder an?

Das Feuer habe sich unerkannt unterirdisch ausgebreitet, so ein Sprecher des Landkreises Harz. Eine offene Flammenbildung sei schwer erkennbar.

Weiter wird das Waldstück unterhalb des Brockens fast durchgehend aus der Luft mit Wasser gelöscht. Um 7.30 Uhr nahmen Hubschrauber die Arbeit wieder auf. Auch Löschflugzeuge sind wieder im Einsatz.

Der Einsatz der Löschflugzeuge und Hubschrauber ist bis Mittwoch verlängert worden. Dazu wird am Mittwoch auch der Concordiasee erneut gesperrt.

Verletzter Feuerwehrmann wurde operiert

Der Feuerwehrmann, der sich am Montagnachmittag am Rande des Großbrandes im Harz bei einer Verpuffung schwer verletzt hatte, wurde am Dienstag im Bergmannstrost-Klinikum in Halle operiert. Es handelt sich um Verbrennungen dritten Grades im Gesicht und an den Armen und Beinen.

Großbrand im Harz: Feuerwehr will Einsatz am Boden ausweiten

Am Mittwoch will die Feuerwehr den Einsatz am Boden intensivieren. Geplant ist, dass weitere Lösch-Teams mit Hubschraubern in das unzugängliche Gebiet zur Brandbekämpfung gebracht werden.

Am Dienstagmorgen waren den Angaben zufolge rund 180 Einsatzkräfte vor Ort im Nationalpark Harz. Zudem ging die Feuerwehr auch verstärkt am Boden gegen den Brand vor. Mit einem sogenannten Schreitbagger des Nationalparks bahnten sich die Einhsatzkrädfte ihren Weg in den schwer zugänglichen Wald.

Ein Schreitbagger schneidet eine Schneise um ein übergreifen des Feuers auf die angrenzenden Waldgebiete im Nationalpark Harz zu verhindern.
Ein Schreitbagger schneidet eine Schneise um ein übergreifen des Feuers auf die angrenzenden Waldgebiete im Nationalpark Harz zu verhindern.
Foto: Matthias Bein/dpa

Die Löscharbeiten werden aber noch mehrere Tage andauern. Der Concordia See bleibt weiter für Besucher gesperrt, solange die Löschflugzeuge weiter im Einsatz sind.

Großbrand im Harz soll auch am Dienstag weiter bekämpft werden

Bis zum Montagabend sind den Angaben nach 2,8 Millionen Liter Wasser über dem Feuer verteilt worden. Die Brandbekämpfung aus der Luft zeige Wirkung, "Löscherfolg stellt sich ein", berichtete der Landkreis-Sprecher am Montagabend. Flugzeuge und Hubschrauber seien auch für Dienstag bestellt, der Katastrophenfall bestehe fort.

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Am Montag waren rund 300 Einsätzkräfte aus dem Landkreis Harz, dem Landkreis Goslar und dem Salzlandkreis vor Ort, für die Nacht sei Verstärkung vom Katastrophenschutz gekommen. "Das Ziel ist für heute, das Feuer zu fixieren, dafür zu sorgen, dass es sich nicht weiter ausbreitet", sagte ein Sprecher des Landkreises Harz am Montagmittag.

Feuerwehrmann verletzt sich bei Brocken-Brand

Bisher kamen beim Großbrand am Brocken keine Menschen zu Schaden. Das hat sich am späten Montagnachmittag geändert. Laut Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse hat sich ein Kamerad in der Nähe des Brandherdes schwere Verbrennungen zugezogen. 

Großbrand am Brocken: Angst in Schierke

Während die Einsatzkräfte fieberhaft gegen die Flammen kämpfen, liegen in der Gemeinde Schierke bei manchen Menschen die Nerven blank. Schließlich liegt der Ort mitten im Nationalpark - und fürchtet, vom nächsten Brand direkt betroffen zu sein. Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock fordert daher nun dringend einen zweiten Rettungsweg für ihren Ort.

Großbrand am Brocken: Wind erschwert Löscharbeiten im Harz

Ein Landkreissprecher sagte, der Wind erschwere es, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Mit dem massiven Einsatz von Hubschraubern und Löschflugzeugen werde dagegen gearbeitet. Noch sei nicht abzusehen, wann der Brand gelöscht werden kann.

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Insgesamt brannten bisher rund 150 Hektar Wald, teilte das Landratsamt des Landkreises Harz im sachsen-anhaltischen Halberstadt in der Nacht zum Montag mit. Die Feuerwehr ist rund um die Uhr im Einsatz. 300 Einsatzkräfte waren am Montag im Einsatz. Im Schichtbetrieb werden sie immer wieder ausgetauscht.

Großer Waldbrand unterhalb des Brocken: Hubschrauber und Löschflugzeuge im Einsatz

Seit Montag sind sieben Löschhubschrauber im Dauereinsatz. Zudem sind seit Montag auch zwei Löschflugzeuge aus Italien vor Ort und werfen pro Flug je 6000 Liter Wasser über dem Einsatzgebiet ab. Der Concordiasee im Harzvorland zwischen Quedlinburg und Aschersleben wurde dafür am Montagmorgen für den öffentlichen Verkehr gesperrt, damit die Flugzeuge Löschwasser aufnehmen können.

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Zur Koordinierung des Löscheinsatzes wurde eine zweite technische Einsatzleitung aus Goslar eingerichtet. Bundespolizei und Bundeswehr unterstützen laut Kreisverwaltung mit mobilen Tankstellen für die Betankung der Luftfahrzeuge. Die Feuerwehr Braunschweig und der Flughafen Braunschweig betanken die Löschflugzeuge.

Harzwasserwerke geben Talsperren zum Betanken frei

Auch die Oker- und Odertalsperre sind zum Betanken von Löschhubschraubern freigegeben worden. „Aktuell fliegen vier bis fünf Löschhubschrauber die Okertalsperre an, da diese näher zum Brandgebiet liegt“, teilten die Harzwasserwerke am Montag mit. „Unsere Mitarbeiter haben die Wasserfläche bereits am Wochenende geräumt und überwachen die Entnahme“, sagte Unternehmenssprecherin Marie Kleine.

Einsatzkräfte hoffen auf Regen

Im Kampf gegen den Großbrand im Harz hoffen die Einsatzkräfte auch auf Wetter-Hilfe. Die Meteorologen haben für die kommenden Tage im Harz Regen vorhergesagt. Allerdings sind auch Gewitter möglich, die Hubschrauber und Flugzeuge ausbremsen könnten.

Feuer im Nationalpark: Wo genau brennt es?

Das Feuer war am Samstag gegen 14.30 Uhr am sogenannten Goetheweg in der Nähe des Aussichtspunktes Goethebahnhof in einem schwer zugänglichen Gebiet unterhalb des Brockens ausgebrochen. Der Goetheweg zum Brocken gilt als einer der meistfrequentierten Wanderwege im Nationalpark Harz.

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Wanderer in Sicherheit gebracht

Wanderer und Besucher wurden in Sicherheit gebracht, das Brockenplateau und der unmittelbare Bereich um den Berg wurden gesperrt. Der Landkreis rief am Sonntag den Katastrophenfall aus. Die Flammen griffen auch auf ein Moorgebiet über.

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Wurde das Feuer im Nationalpark durch Brandstiftung ausgelöst?

Aktuell liegen noch keine Informationen darüber vor, wodurch das Feuer im Harz ausgelöst wurde.

Waldbrände im Harz: Welche Rolle spielt die Brockenbahn?

Die Harzer Schmalspurbahn wird verdächtigt, ein Auslöser der Feuer rund um den Brocken zu sein. So sagte Roland Pietsch, Leiter des Nationalparks Harz, dass laut Waldbrandstatistik des Landeszentrums Wald 80 Prozent der Brände im Nationalpark „in den Waldbereichen entlang der Bahnstrecke“ gewesen seien.

Eine interne Karte zeigt, dass zwischen 1994 und 2022 in Sachsen-Anhalt insgesamt mindestens 125 Mal entlang der HSB-Trasse brannte.

Gibt es noch weitere Brände im Harz?

Zumindest an einer anderen Front konnte die Feuerwehr am Montag Entwarnung geben: Der zweite Großbrand am Auerberg bei Schwenda im Südharz ist gelöscht. Bei dem Feuer, das auf bis zu 80 Hektar ausgebrochen war, hatte die Feuerwehr rund 150 Einsatzkräfte vor Ort.

Erst vor knapp drei Wochen war im Nationalpark Harz nahe Schierke ein Feuer ausgebrochen, das von mehr als Hundert Einsatzkräften über mehrere Tage aufwändig bekämpft werden musste.

Welche Schwierigkeiten gibt es bei den Löscharbeiten?

Die Löscharbeiten beim Großbrand im Harz werden vor allem durch das Gelände erschwert. Der Oberharz und damit der Nationalpark ist geprägt von toten Fichten.

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Die von den Menschen angelegte Monokultur ist ein grundlegendes Problem des rund 250 Quadratkilometer großen Nationalparks Harz.

Rund 80 Prozent des Baumbestandes ist Fichte. Davon wiederum seien fast 90 Prozent abgestorben, sagte kürzlich Nationalparkleiter Roland Pietsch. Schädlinge wie der Borkenkäfer, Trockenheit, starke Stürme gehören zu den Gründen. Erste Politiker stellen daher den Nationalpark in Frage.

Großbrand im Harz: Hat Nationalpark Waldbrandvorbeugung verschlafen?

Der Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt kritisiert im Zusammenhang mit dem Großbrand im Harz den Nationalpark und weitere Verantwortliche.

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„Der Nationalpark hat den Klimawandel ignoriert“, teilte der Verband am Montag mit. „Er hat bisher auf jegliche Waldbrandvorbeugung mehr oder minder verzichtet." Man wolle nun die Amtshaftung beteiligter Personen wie die der Nationalparkleiter sowie Sachsen-Anhalts Ex-Umweltministerin Claudia Dalbert und Bundesministerin Steffi Lemke (beide Grüne) prüfen.