Magdeburg l Wenn Sie im Zoo Magdeburg sind und plötzlich ein Kreischen in sehr hohen Tönen hören, dann könnten Sie in unmittelbarer Nähe der Schnurrbarttamarine stehen. Die kleinen Krallenaffen brüllen einen regelrecht an, insbesondere wenn sie ihre Tierpfleger mit Futter entdecken.

Besondere Leckerei sind lebende Grillen. Die werden sogar eigens im Zoo Magdeburg gezüchtet und müssen von den Tamarinen gefangen werden. Ansonsten mögen die Affen auch Obst und Gemüse. Mit ihren kleinen scharfen Zähnen verletzen sie auch Rinde von ausgewählten Bäumen und lecken die austretenden Baumsäfte. Aber auch Insekten, Vögel und deren Eier sowie kleine Reptilien verschmähen sie nicht.

Zucht mit langer Tradition

Im Zoo Magdeburg hat die Zucht von Krallenaffen eine lange Tradition. Ab den 1980er Jahren machte sich der Zoo vor allem auf Betreiben des wissenschaftlichen Assistenten und späteren Zoodirektors Michael Schröpel international einen Namen mit der Zucht von vielen Krallenaffenarten.

Am 23. Februar 2018 erblickte – wie im Jahr zuvor – wieder ein Jungtier das Licht der Welt. Normalerweise wird es von seinem Papa aufgezogen, die Mutter bekommt das Kleine nur zum Säugen. Doch vor wenigen Wochen verstarb das Alttier, so dass sich nun die Geschwister um den Nachwuchs kümmern.

Krallenaffen sehr soziale Tiere

Tamarine sind sehr soziale Tiere, zumindest innerhalb ihrer Gruppe. Aggressives Verhalten ist die Ausnahme.

Schnurrbarttamarine leben in Paaren oder Gruppen. Letztere können bis zu zehn Tiere beider Geschlechter umfassen. Dabei pflanzt sich aber nur das dominante Alphatier fort.

Futtersuche im Zoo auf dem Boden

In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet im Amazonasbecken bewohnen die Tamarine das Kronendach des Regenwaldes. Als geschickte Kletterer brauchen sie so gut wie nie auf den gefährlichen Boden herunterkommen. Im Zoo dagegen müssen sie hin und wieder nach unten – wenn das Fressen mal wieder dort gelandet ist.

In den vergangenen Wochen besuchten wir bereits: