Magdeburg l Wer den Mittelchinesischen Goral im Zoo Magdeburg sehen will, muss sich an manchen Tagen entweder in Geduld üben oder aber die Nase an der Fensterscheibe plattdrücken. Denn nicht selten verstecken sich diese besonderen Verwandten der Wildziegen an der äußeren Wand ihres Geheges.

Dieses teilen sie sich mit den Roten Pandas, die im Gegensatz zu ihren ruhigen Mitbewohnern entweder umherklettern oder aber faul auf einem Ast liegen und ausgestreckt dösen.

Gorale selten in Zoos zu sehen

Die Gorale sind neben dem Zoo Magdeburg in Deutschland nur in den Zoos von Dresden und Berlin zu sehen. Aus dem sächsischen Zoo stammt auch das vierjährige Männchen, das gemeinsam mit dem Weibchen aus Warschau seit 2015 in Magdeburg lebt.

Die beiden harmonisieren gut. Davon zeugt das Jungtier, welches im Juni 2017 geboren wurde.

Jungtier schon sehr groß

Inzwischen ist das weibliche Jungtier fast so groß wie seine Eltern.

Gorale leben in der Natur meist in kleineren Gruppen aus vier bis zehn Tieren. Dabei handelt es sich um Weibchen und deren Nachwuchs. Die Männchen leben meist solitär, ziehen also allein los und kümmern sich nicht mehr um ihre Familie.

Jungtier muss bald umziehen

Die Geschlechtsreife setzt bei Goralen mit etwa drei Jahren ein. Spätestens dann muss das weibliche Jungtier in einen anderen Zoo umziehen, um dort hoffentlich selbst für Nachwuchs zu sorgen.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet liegt in Myanmar, weiten Teilen Chinas sowie Nord-Thailand und Nord-Vietnam. Dabei bewohnen die trittsicheren Gorale gebirgiges Terrain und sind eher selten in Wäldern im Flachland anzutreffen.

Jagd auf Gorale

Obwohl die Paarhufer in nur schwer zugänglichen Gebieten leben, ist ihre Population im Freiland stark dezimiert. Grund sind Wilderei für den menschlichen Verzehr und die traditionelle chinesische Medizin. Kein Wunder also, dass die Art auf der Vorwarnstufe der Weltnaturschutzorganisation IUCN steht.

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