Magdeburg l Zwei ganz besondere Vögel leben seit einigen Wochen gemeinsam mit den Gebirgsaras in einer Voliere im Zoo Magdeburg. Bei diesen Neuzugängen handelt es sich um ein Klunker-Jassanas-Paar. Sie werden auch Rotstirn-Blatthühnchen genannt und das hat einen Grund:

Diese Vögel haben – im Vergleich zu ihrem etwa amselgroßen Körper – riesige Füße mit abgespreizten Zehen. Schon bei den Küken sind die Füße größer als der gesamte Körper.

Vögel laufen über Seerosen

Diese Füße sind natürlich nicht umsonst so groß. Denn damit können sie, ohne einzusinken oder ins Wasser zu fallen, geschickt über kleine Seerosenblätter und andere Wasserpflanzen laufen. Das können wirklich nicht viele Vögel. Und genau diese Eigenschaft brachte ihnen den deutschen Namen Blatthühnchen ein.

In ihrer Heimat Südamerika sind Klunker-Jassanas in Sümpfen und an Seen mit vielen Schwimmpflanzen anzutreffen. Im und am Wasser suchen und finden sie ihre Nahrung: Wasserinsekten, Kaulquappen und Samen der Wasserpflanzen.

Tippeln über den Sand im Zoo

Im Zoo Magdeburg tippeln sie vor allem über Sand und bekommen die Nahrung von ihrem Tierpfleger.

Anders als in der freien Natur, leben die beiden im Zoo in einer Einehe. Die Auswahl an Männchen ist einfach ziemlich beschränkt. Normalerweise leben die Blatthühnchen auch gern in Polyandrie. Dabei pflanzt sich ein Weibchen mit mehreren Männchen fort. Es produziert mehrere Gelege aus jeweils vier Eiern. Diese werden dann von jeweils einem Männchen etwa 28 Tage lang bebrütet. Reine Männersache also, die sich auch bei der Aufzucht der Jungen fortsetzt.

Jassanas selten in Zoos zu sehen

Dafür verteidigen die Weibchen „ihre“ Männer vehement gegenüber anderen Weibchen. Für den Zoo Magdeburg sind die zwei Jassanas wertvolle Bewohner. Denn außerhalb von Magdeburg werden diese Tiere nur in drei weiteren zoologischen Häusern in Deutschland gezeigt. Die Nachzucht gilt noch immer als sehr schwierig. Deshalb bemühen sich natürlich die Biologen und Tierpfleger des Zoos um ideale Bedingungen.

Übrigens: Jassanas gehören zu den Regenpfeiferartigen. Aus der nahen Familie der Blatthühnchen gibt es auch Vertreter in der Karibik, in Afrika, Südostasien und Australien. Sie unterscheiden sich vor allem durch die Farben der unbefiederten, meist leuchtend bunten Stirn. Ansonsten sind sie sich aber von der Gestalt her sehr ähnlich.

In den vergangenen Wochen besuchten wir bereits: